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Stadtimkerei

Mit dem Projekt WO WACHS UND HONIG FLIESSEN haben wir einen Ort geschaffen, der es Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Krankheitserfahrungen ermöglicht, sich gemeinsam und aktiv für den Naturschutz einzusetzen. Im Zentrum steht dabei unsere Stadtimkerei mitten in Mainz, die sinnvolle Begegnungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Wir leisten damit einen konkreten Beitrag zum Erhalt der Honigbiene und qualifizieren darüber hinaus Menschen aus unterschiedlichsten Milieus nachhaltig für imkerliche Aufgaben.

Die Soziale Stadtimkerei wird im Januar 2019 mit dem Preis "UN-Dekade Biologische Vielfalt" ausgezeichnet.

Mitmachen!

Gerne können Sie sich in der Sozialen Stadtimkerei engagieren. In wöchentlichen Kleingruppen lernen Sie gemeinsam mit anderen interessierten Menschen aus Mainz und Umgebung vielfältige imkerliche Tätigkeiten kennen. Wir begleiten Sie von März bis in den Spätsommer durch das Bienenjahr. Dabei müssen Sie nicht gleich Imker oder Imkerin werden. Die Auseinandersetzung mit der Honigbiene ist der große gemeinsame Nenner aller Akteure.

Unsere Akteure sind Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen: Menschen und ohne Behinderung, Studierende, Rentner, Arbeitnehmerinnen, Arbeitssuchende, Menschen mit seelischen Belastungen, u.v.a.

Wichtigste Voraussetzung für Ihr Engagement ist echtes Interesse an der imkerlichen Arbeit mit Bienen. Sprechen Sie uns an. Die neuen Bienengruppen starten im März 2020.

Bienen in der Stadt

So paradox es klingen mag: Bienen fühlen sich in der Stadt wohler als auf dem Land. Die Gründe dafür sind vielfältig: In der Stadt gibt es keine Monokulturen und weniger hohe Pestizidbelastungen. In der Stadt blüht es das ganze Jahr über,  etwa in Parkanlagen, auf Balkonen, aber auch auf Friedhöfen. Der Honigertrag in der Stadt ist etwa doppelt so hoch wie auf dem Land. Dazu verfügen Bienen über ein spezielles Filtersystem, welches dafür sorgt, dass der Honig besonders rückstandsarm ist. Durch die große Pollenmixtur wird er zusätzlich besonders aromatisch.

Bienen sind im Vergleich zu Wespen sanftmütig und von Grund auf nicht aggressiv. Wir arbeiten mit der Buckfast-Biene. Sie gilt als sehr friedlich und stecharm und besitzt eine große Schwarmträgheit. Sie bringt ideale Voraussetzungen fürs städtische Imkern mit.

Das Bienensterben

Weltweit ist das vermehrte Bienensterben ein Thema. Die Ursachen dafür sind vielfältig, vermutlich ist es ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren, das zu einem vermehrten Bienensterben beiträgt. Der zunehmende Aufbau von Monokulturen und die Reduzierung von landwirtschaftlichen Flächen vermindert die Vielfalt des Nahrungsangebotes für Bienen. Wie auch wir brauchen Bienen eine vielseitige Ernährung – das macht sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Der Einsatz von Pestiziden in der Agrarwirtschaft macht den Bienen ebenfalls schwer zu schaffen. Die Giftstoffe beeinflussen das Nervensystem der Insekten und nehmen Einfluss auf Lebensdauer und Fortpflanzung. Auch Viren und Krankheitserreger, insbesondere die Varroamilbe, befallen die Bienenvölker und schwächen diese. Die Varroamilbe galt im vergangenen Jahr als Hauptursache für das Bienensterben. Auch der Klimawandel kann Bienen gehörig aus dem Gleichgewicht bringen; vorgezogene Blütenphasen und lange Wärmeperioden im Winter machen die Bienen anfälliger für die Varroamilbe und bringen ihren gesamten Kreislauf ins Wanken.

Honigbienen und Wildbienen

Honigbienen sind keine Bedrohung für Wildbienen, denn sie haben ganz unterschiedliche Ernährungsstrategien. Anders als die Honigbienen leben die meisten Wildbienen nicht in größeren sozialen Einheiten, sondern als Einzelgänger. Sie werden deswegen auch als Solitär- oder Einsiedlerbienen bezeichnet.

Allein in Deutschland gibt es 560 Wildbienenarten, etwa die Hälfte der Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In unseren Umweltbildungsangeboten weisen wir explizit auch auf die Rolle der Wildbienen hin.

Wildbienen und Honigbienen ergänzen sich in ihrer Bestäubungsleistung und erhöhen somit die Resilienz eines Agrarökosystems gegen Störungen von außen.

Lesen Sie dazu auch die Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V.

Unsere Standorte

Mombacher Straße 78
Sozusagen unsere Homebase. Neben der alten Lokhalle, zwischen den Zuggleisen und der Hochstraße, steht unser Bienen-Lehrstand von 8 Völkern, an dem unsere Akteure imkerlich trainieren können. Im Frühjahr und Sommer schauen wir etwa einmal wöchentlich in die Völker, um die Bienen nicht unnötig zu stressen.

Opel-Arena / Mainz 05
Unsere fleißigen Bienen suchen direkt im Schatten des Stadions nach Nektar. Die Tugenden der 05er haben sie schon verinnerlicht: viele Kilometer zurücklegen, als Team zusammenarbeiten und was Brauchbares mitnehmen. Am Ende heißt es dann: Der Nektar kommt ins Eckige! Der 05er Honig heißt übrigens "Meenzer Mädcher" und kann auch in den Fanshops von Mainz 05 erworben werden.

Staatstheater Mainz – Kleines Haus
Wer kann schon von sich behaupten, während der Arbeit auf den Mainzer Dom zu schauen? Unsere Bienen können das. Mitten in der Stadt fliegen sie etwa 6 Kilometer aus, um feinsten Stadthonig zu produzieren.

Mainzer Stadthaus
Unser neuster Standort befindet sich in der Großen Bleiche auf dem Dach des neuen Stadthausdomizils. Von hier aus starten unsere Bienen, um Nektar und Pollen zu sammeln. Der Rhein bildet übrigens eine natürliche Grenze, Bienen meiden das Überfliegen von großen Gewässern. Wer will auch schon zur "eebsch Seit" ;)

Unser Honig

Bienen sammeln bevorzugt Nektar aus frisch aufgeblühten Blüten und die Blütezeit der einzelnen Pflanzen ist relativ kurz. Dadurch hat der Nektar kaum Zeit, Schadstoffe aufzunehmen. Sollte der Nektar doch durch Abgase belastet sein, so werden die fettlöslichen Stoffe im Bienenkörper und durch das Wachs der Honigwaben entfernt.

Für Bienen ist die Stadt ein Paradies und sie fühlen sich pudelwohl. Denn dort finden sie einen reichhaltigen und abwechslungsreichen Speiseplan. Blüten verschiedenster Arten zeigen das ganze Jahr über abwechselnd ihre Pracht und versorgen die fleißigen Insekten mit unterschiedlichstem Pollen und Nektar. Das ist nicht nur gut für die Biene, man schmeckt es auch in unserem Honig – die Pflanzenvielfalt ist ein wichtiger Grund, warum jeder Stadthonig wirklich einzigartig schmeckt

Ansprechpartner

Jens Bucher (Projektleitung)
gpe Mainz gGmbH
Telefon: 06131 3045811
Mobil: 0151 11466423
jens.bucher@gpe-mainz.de

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